Wümme-Zeitung vom 06.11.2009
Koalition will für Landwirte Geld locker machen
CDU-Kreisverbandsvorsitzender Albert Rathjen:Wende zeichnet sich in der Gentechnikpolitik ab
Von Ulrike Schumacher
Landkreis. Die CDU habe sich auch in Zukunft
die „Stärkung der unternehmerischen
Landwirtschaft“ auf die Fahnen geschrieben;
die neue Koalition in Berlin sei bereit, „trotz knapper Haushaltsmittel für die Landwirtschaft
Geld ,locker’ zu machen“, betont
Albert Rathjen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes
Rotenburg, in einer Presseerklärung.
Als Delegierter im CDU-Bundesausschuss
hatte Rathjen für den Koalitionsvertrag
gestimmt.
Die Koalition werde ebenso auf eine einheitliche
Besteuerung des Agrardiesels auf
europäischer Ebene hinwirken, „um die
Wettbewerbsnachteile der deutschen Landwirte
zu beseitigen“, fügt der Kreisverbandsvorsitzende
hinzu. Außerdem soll der Bundeszuschuss
zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung
in den kommenden beiden
Jahrenum insgesamt 200 Millionen Euro angehoben
werden, um Beitragserhöhungen
in der aktuellen Krisensituation zu vermeiden.
Albert Rathjen hob ebenso die Forderung
an Brüssel hervor, auch nach dem Jahr
2013 an der Förderung des ländlichen Raumes
sowie an den Direktzahlungen für Landwirte
festzuhalten.
„Viel Fingerspitzengefühl“ sei im Hinblick
auf die „strittigen Fragen“ der Erneuerbaren-
Energie-Gesetz(EEG)-Vergütung erforderlich.
Die Koalition werde „den Ausbau
der erneuerbaren Energien entsprechend
den bestehenden Zielvorgaben weiter
fördern, das EEG und den unbegrenzten
Einspeisevorrang erhalten sowie zugleich
die Förderung wirtschaftlicher und die Einspeisung
effizienter gestalten“. Zur Zukunftsbewältigung
müsse man zwar auf
neue Energien setzen, den Wettbewerb
dürfe dies aber nicht stören, schreibt Rathjen
in seiner Pressemitteilung.
Eine Wende wird seiner Ansicht nach in
der Gentechnikpolitik deutlich. „Die Koalitionspartner
haben die Absicht, die ,verantwortbaren
Potenziale’ der ,Grünen Gentechnik’ zu nutzen.“ Zu Ende sei der Streit über
die Gentechnik jedoch längst noch nicht.
Die Bevölkerung, die „Grüne Gentechnik“ mehrheitlich ablehne, müsse überzeugt werden.
Andererseits wolle die bayerische
CDU-Schwesterpartei CSU einen anderen
Kurs“ und habe sich „auf die Seite der Gentechnikgegner
geschlagen“ – so beschreibt
Rathjen das Konfliktpotenzial.
Schnell einig geworden sei man sich hingegen
in der Milchpolitik. So werde ein
zweijähriges Grünlandmilchprogramm des
Bundes in Höhe von 500 Millionen Euro aufgelegt, „um drohende Flächenbrachen und
damit verbundene unwiderrufliche Schäden
für Natur und Kulturlandschaft zu verhindern“,
unterstreicht der CDU-Politiker.
Nicht gerüttelt werde dagegen am Auslaufen
der Milchquotenregelung.
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